Kuriose Verordnung: Freiluft-Sex in Müllrose, Brandenburg
27. April 2007, 13:03:13 Uhr von Dennis Sevriens, Rechtsanwalt & Fachanwalt für gewerblichen Rechtsschutz | 2 Kommentare |Das Dorf Müllrose in Brandenburg ist zum nationalen Gesprächsthema geworden. Der Grund dafür liegt in der am 8. April in Kraft getretenen Verordnung, nach der das “Ausüben von öffentlich wahrnehmbaren sexuellen Handlungen” mit einem Bußgeld geahndet werden kann.
Letzten Sommer wurden gegen zwei Pärchen, die anlässlich eines Dorf-/Volksfestes in Müllrose sexuelle Handlungen aneinander vorgenommen hatten, Bußgelder verhängt. Die Stadtverwaltung Müllrose reagierte auf den Vorfall und erließ die eingangs erwähnte Verordnung, berichtete der Stern Anfang April. Der Skandal war damit vorprogrammiert:
“Zwar weist die 13-seitige Liste ausdrücklich daraufhin, dass alle Verbote nur für öffentliche Straßen und Anlagen gelten – das Liebesspiel im Garten oder auf der Terrasse ist also nicht betroffen. Doch dafür interessiert sich keiner mehr, das Amt Schlaubetal hat seinen Skandal.”
(Quelle: Stern)
Aktuell berichtet der Stern, dass aufgrund von zahlreichen Protesten in dem brandenburgischen 4.000-Seelendorf der Bürgermeister die Stelle mit dem “Ausüben von öffentlich wahrnehmbaren sexuellen Handlungen” aus der Verordnung wieder streichen will.
Müllrose hat seine Werbung und die Besucher und Einwohner von Müllrose können in Zukunft wieder ihren Gelüsten nachgehen.
Oder, war da nicht was im Strafgesetzbuch?
§ 183a StGB – Erregung öffentlichen Ärgernisses
Wer öffentlich sexuelle Handlungen vornimmt und dadurch absichtlich oder wissentlich ein Ärgernis erregt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft, wenn die Tat nicht in § 183 mit Strafe bedroht ist.
Ich würde mal sagen, viel heiße Luft in Müllrose. Das (Guerilla-)Marketing funktioniert jedenfalls gut in der kleinen brandenburgischen Stadt. Der Name Müllrose allein ist schon absurd genug, um daraus Kapital zu schlagen.
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6. Mai 2007, 19:42 Uhr
Ich bin zwar kein Onomastiker, tippe aber darauf, daß der Ortsname mit irgendeiner Mühle zusammenhängt.
1. Februar 2009, 11:55 Uhr
[...] entsprechenden Punkte für die einzelnen Verkehrsverstöße wurden bei der Erneuerung des Bußgeldkataloges nicht verändert. Auch für bestehende [...]